Schindelegger
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Ford Escort RS 2000 MK2

Fahrer: Schindelegger Lukas
Beifahrer: Schindelegger Helmut
Fahrzeug: Ford Escort RS 2000 MK2
ARC Wertung: C3 -2000 ccm
HRC Wertung: H3 -2000 ccm

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Die Veranstalter der Kinderrallye greifen dieses Jahr in der ARCH an. Nachdem Helmut seine Rallyekarriere mit dem Ford Escort vor einigen Jahrzehnten gestartet hat darf auch Lukas auf dem über 3 Jahre aufgebauten Escort den gepflegten Drift erlernen. Dank der Unterstützung unserer Sponsoren SanLucar und ARA möchten wir in der Gesamtwertung der ARCH durch viele Läufe und konstante Fortschritte möglichst viele Punkte einfahren und haben den Gesamtsieg der Historischen im Auge. Dabei ist Helmut nicht nur Beifahrer, sondern auch Teamchef und Trainer.

 

Bericht Mühlstein Rallye und Vorschau

Hallo liebe Freunde

 

Die vierte Rallye der ARC Saison, die Mühlstein Rallye hat letztes Wochenende stattgefunden und wir waren natürlich wieder mitten drin im Geschehen der historischen Fahrzeuge. Die Herausforderung dieser Rallye war ganz klar: Die Wetterlage und die starke Konkurrenz! Auch der äußerst kompakte Zeitablauf stellte uns schon vor der Rallye unter Strom. Obwohl mit dem Feiertag am Donnerstag viel Zeit vorhanden war, konnten wir diese nicht für die Vorbereitung nutzen, da die Besichtigung der Strecken erst für Samstag Vormittag gestattet war und damit am selben Tag der Rallye. Das sorgte für ordentlich Stress, denn der Samstag ging schon um 6:30 mit der Abholung des Roadbooks los und ab 7h in der Früh wurde die Strecke besichtigt.

Zwar stellen 4 Stunden einigermaßen genug Zeit für einen ordentlichen Aufschrieb von 2 Sonderprüfungen dar, aber dadurch, dass wir keine Hilfe vor Ort hatten und als historischer Block als erste Autos an den Start gingen, konnten wir auch diese Zeit nicht voll nutzen. An ein ordentliches Essen oder Entspannung und Konzentration vor dem Start der Rallye war auch nicht zu denken und so war die Belastung an diesem Tag dann doch enorm. Wenn man sich unseren Zeitablauf dieses Samstags ansieht, dann stellt man fest wie weit die österreichische Rallyeszene geht ,um die Belastung der örtlichen Bewohner an den wunderschönen Strecken auf ein Minimum zu senken. Ob das ohne Einschränkung der Sicherheit möglich ist, sollte man sich nochmals überlegen, denn wir waren an diesem Samstag von 06:30 bis nach 20h voll in Aktion und ohne unser Konditionstraining hätte hier sicher die Konzentration auf den letzten Kilometern gelitten. Was umso mehr für diejenigen Teams gilt, die noch direkt nach Ende der Rallye die Heimreise antreten.

 

Doch nun zum Ablauf des sportlichen Geschehens:

Am Start waren 15 historische Fahrzeuge, davon 7 in der Klasse 6.2 und 8 Autos, die in unserer ARCH Gruppe H3 punktberechtigt waren. Also ein vollgestecktes Starterfeld bei herrlichem Sonnenschein und hohen Temperaturen mit der Vorhersage von Gewittern am Nachmittag.

 

Die erste Sonderprüfung zeigte dann gleich die Hackordnung dieser Rallye. Ein brillant fahrender Hans-Georg Lindner, vor Max Lampelmaier – der von der Mehrleistung des BDA Motors profitieren konnte – und Platz 3 ging an Florian Kapplmüller, dem Lokalhelden, der auf den Straßen der Mühlsteinrallye praktisch aufgewachsen ist. Wir konnten mit Platz 4 in der Klasse eine gute Zeit erzielen, waren aber im Ziel nicht zufrieden mit der Pace. Das Gefühl sagte uns das wir hier schneller sein sollten.

Mit dem Vorsatz der Besserung ging es in den zweiten Umlauf derselben Prüfung. Es folgte eine viel bessere Fahrt mit deutlich weniger Rückstand zu den Konkurrenten vor uns. Dadurch, dass es aber der zweite Durchgang war, hatten die modernen Allrad- Kollegen viel Schotter auf die Strecke befördert und fast das ganze Starterfeld büßte wie wir etwas Zeit ein. Viel zufriedener kamen wir im zweiten Service an und erfuhren dort, dass der Führende Lindner wegen einem technischen Problem ausgefallen war.

 

Dadurch lagen wir jetzt auf Platz 3 in der Klasse und Platz 2 in der H3 Gruppe der ARC. Die Taktik, das Auto nicht zu überfahren und sicher einen Schritt nach dem anderen in Richtung Speed zu machen, ging offensichtlich wieder auf. Die folgenden 2 Durchläufe der zweiten Sonderprüfung waren geprägt von diesem Vorgehen und sorgten für viel Spaß im Auto und ordentliche Zeiten auf der Ergebnisliste. Ein einziger Unsicherheitsfaktor blieb: Die Wetterlage. So waren doch heftige Gewitter vorhergesagt und keiner wusste wann diese zuschlagen würden.

Die letzte Sonderprüfung, lieferte die Antwort auf diese Frage. Als Führungsblock starteten wir noch bei trockenem Wetter, ohne groß über Regenreifen nachdenken zu müssen, während sich das moderne Starterfeld hinter uns den Kopf zerbrach welcher Gummi denn der Richtige sei. Schon am Start rollten die Wolken auf die Sonderprüfung zu und auf unseren letzten 5km war es soweit. Der Regen war da! Schon bei den ersten Tropfen auf der Scheibe wussten wir, jetzt wird es nochmal richtig spannend. Was folgte war ein Kampf gegen abfallende Reifentemperaturen und der damit verbundene Verlust der Haftung bei immer heftigerem Regen.

 

Doch auch diese Herausforderung meisterten wir und konnten unseren sechsten Zieleinlauf in Folge feiern. Nach dem Ziel der Sonderprüfung beobachteten wir dann was zum Abbruch der Prüfung führen sollte: Die Gewitterzelle zog mitten über das Gebiet in dem die modernen Autos noch um Bestzeiten kämpften und sorgte für Sturzbäche und Bäume auf der Strecke. Dadurch ergab sich dann auch die erstaunliche 9te Gesamtzeit auf der letzten Prüfung, die natürlich nicht durch unsere Leistung, sondern durch die unfahrbaren Bedingungen bei den nachfolgenden Autos zustande kam. Es folgte die Zielrampe auf dem Hauptplatz in Perg, wo wir uns über einen Pokal für den dritten Platz in der Klasse freuen durften. Fast noch wichtiger sind aber natürlich die Punkte für den zweiten Platz in der ARC Gruppe H3. Auch der Gesamtrang 31 ist bei 57 ins Ziel gekommenen doch sehr beachtlich.

 

In der ARC sieht die Situation für uns nun folgendermaßen aus: Platz 3 in der ARC Historic Gesamtwertung mit nur 0,6 Punkten Rückstand auf Platz 2. Auch in der Gesamtwertung aller ARC Fahrzeuge stehen wir mit Platz 6 sehr gut da.

 

Wenn ihr miterleben wollt wie es bei uns im Cockpit zugegangen ist, dann haben wir unter der Playlist https://www.youtube.com/playlist?list=PL1XUkH5uBZFOs3pNu0_qiGQRwfXH2WIIa euch alle Onboards hochgeladen.

 

Die nächsten Termine sind 2 Highlights des Jahres direkt hintereinander. Die Kinderrallye am 14.07. – unsere wichtigste Veranstaltung des Jahres. Natürlich wird unter den über 60 angekündigten Fahrzeugen auch unser Escort den Kindern eine Mitfahrgelegenheit bieten und für reichlich Freude sorgen. Davor dürfen unsere Sponsoren Vormittags auf dem heißen Sitz Platz nehmen und am eigenen Leib Rallye Action erleben. Am Wochenende danach steht eine der größten Rallyes des Jahres an. Die Rallye Weiz – welche dieses Jahr auch zur Historischen Europameisterschaft zählt – wird an 2 vollen Tagen für Rallyeaction sorgen. Es geht jetzt absolut in die heiße Phase der ARC und der Kampf um den Gesamtsieg der Historischen ist noch lange nicht entschieden. Wir werden alles geben und schauen wer am Ende der Sieger sein wird.

 

Vielen Dank für eure Unterstützung!

 

Liebe Grüße

Lukas und Helmut

 

 

Vorschau Mühlstein Rallye

Hallo liebe Freunde

Nächstes Wochenende, am 22.Juni ist es endlich wieder so weit, wir dürfen wieder Rallye fahren! Die Mühlstein Rallye in Perg steht auf dem Programm. Diese äußerst kompakte Rallye wird uns -wie schon beim Murauer Rallyesprint – über 65km Sonderprüfung führen und das Starterfeld ist wieder vollgepackt. Insgesamt 70 Nennungen sind es, und vor allem das historische Starterfeld ist mit 16 Startern wieder top besetzt. Auch bei der vierten Runde der Austrian Rallye Challenge dürfen wir Historischen wieder das Feld anführen, und wir werden mit unserem Escort mit der Startnummer 90 und damit als siebtes Auto an den Start gehen.

Vor allem bei der ersten Durchfahrt der Sonderprüfungen können wir hoffentlich diese Startposition gut nutzen, denn die modernen Autos werden sicher wieder einiges an Schotter auf die Straßen befördern. Wie immer ist bei aller Freude an der Zeitenjagd wieder höchste Vorsicht geboten, denn kaum 3 Wochen nach der Mühlstein Rallye findet das wichtigste Event des Jahres statt: die Kinderrallye am 14. Juli! Beim Studium der Onboard- Videos aus dem Vorjahr zeigt sich auch sehr deutlich, daß dieser Lauf auf keinen Fall zu unterschätzen ist, denn neben den schönen Strecken lauern Abgründe, Bäume und andere Hindernisse, die den Autos alles andere als gut tun.

Trotzdem heißt es auf so einer kompakten Rallye: Attacke vom ersten Meter, denn in der Gesamtwertung der ARC liegen wir nach wie vor auf einem guten dritten Platz bei den historischen Fahrzeugen, und so gut wie alle Konkurrenten sind wieder am Start. Wir werden wie immer alles geben und am Ende schauen, wie viele Punkte wir ergattern können.

Die Rallye könnt ihr wie immer unter http://www.muehlsteinrallye.at/2019/results.html live verfolgen und natürlich werde ich wieder einige Bilder auf Instagram teilen (@fly_luke).

Vielen Dank für Eure Unterstützung und fürs Daumen halten!

PS: Wenn ihr wissen wollt wie es bei der Zeitenjagd zugeht könnt ihr euch die Onboard Videos und Außenaufnahmen des Murauer Rallyesprints unter https://www.youtube.com/playlist?list=PL1XUkH5uBZFMoT9DLctrFM_jkA7vfqgN7 ansehen. Wir wünschen euch viel Spaß!

Liebe Grüße

Lukas und Helmut Schindelegger

Eberweis 9
3860 Heidenreichstein

lukas.schindelegger@gmx.at
helmut.schindelegger@gmx.at

Helmut: ‪+43 664 301 99 93
Lukas: ‪+43 664 244 79 87
  ‪+49 173 416 02 54

Instagram: @fly_luke

 

BERICHT MURAUER RALLYE 2019

Hallo Freunde

Unsere fünfte Rallye ist in den Geschichtsbüchern und wir können auf jeden Fall ein positives Resümee ziehen. Der Murauer Rallyesprint in St. Veit an der Glan und die zugehörigen 66km an Sonderprüfungen haben uns vor allem durch lange Schotterstücke und steile Abhänge neben den Straßen sehr gefordert. Bergstraßen kennen wir zwar noch von der letzten Rallye in Slowenien, aber vor allem die Beschaffenheit des Asphalts war eine komplett andere. Insgesamt war mehr Grip vorhanden, zumindest dort wo kein Schotter durch die vorausfahrenden Fahrzeuge die Straße verschmutzt hat. Also wieder andere Bedingungen auf die wir uns einstellen mussten. That’s Rallye! Schon bei der Besichtigung am Freitag konnten wir kaum die wunderschöne Umgebung beachten. Hohe Konzentration beim Erstellen des Schriebs war wie immer gefragt. Andere Teams hatten da schon massive Vorteile, da die Sonderprüfungen aus dem Vorjahr bekannt waren. Bei so tollen Prüfungen absolut verständlich das hier nichts verändert wurde! Doch vor allem auf den Bergab Stücken können ein paar km/h schon den Unterschied zwischen Freude und Totalschaden ausmachen, da müssen die Ansagen passen.

65 Teilnehmer nahmen sich der Herausforderung an und so hatten wir ein solides Starterfeld um uns herum. 13 Starter in der ARCH und 9 in der Klasse haben viel Möglichkeit zum Vergleich geboten und eine so gesunde Konkurrenz freut uns natürlich sehr. Am Samstag ging es dann um 9 Uhr los zur Zeitenjagd. Die erste und zweite Sonderprüfung zeigte gleich: Wir haben Fortschritte gemacht! Platz 7 in der ARCH nach der zweiten Prüfung mit einigen Teams hinter uns, gegen die wir bis dato keine Chance hatten. Doch eigentlich unglaublich waren die engen Abstände. Nicht einmal 5 Sekunden trennten 4 Autos und wir mittendrin im Pack. Mit 0,3 Sekunden Rückstand auf Platz 6 (Schöller/Ölsinger auf Escort Mk1) und sogar Zeitgleich mit den Lada Piloten Gattringer/Kamauf ging es in das lange Mittagsservice.

Dort angekommen stellte sich für uns eine altbekannte Frage: Welche Reifen für den langen Nachmittag montieren? Auf Sonderprüfung 2 hatte es schon kurz genieselt und die Aussichten waren alles andere als Sonnig. Es hatte komplett zugezogen und da es sonst keine Möglichkeiten zum Reifenwechsel gab, mussten wir uns hier und jetzt entscheiden wie das Wetter in 4 Stunden werden sollte. Genau so unsicher wie die Vorhersagen waren anscheinend auch die anderen Teams, aber die Zeichen standen auf Regen ab der vierten Sonderprüfung. Wir wollten natürlich auf Nummer sicher gehen und montierten Regenreifen. Dem Auto ging es super, es waren nur Routinekontrollen nötig und daher hatten wir mehr als genug Zeit um uns zu stärken. Beim Mittagessen behielten wir natürlich die Vorhersagen ganz genau im Auge. Diese Paranoia sollte sich voll auszahlen, denn die Modelle schwenkten um. Ganze 15min vor Ende unserer Servicezeit tauchte immer mehr Sonne und immer weniger Regen auf den Homepages auf. Mit nur wenigen Minuten verbleibend zur Ausfahrt wechselten wir doch wieder auf die Trockenreifen. Hatten wir uns in Slowenien noch kräftig verschätzt, behielten wir dieses Mal Recht und es blieb den ganzen Tag trocken. Wir hatten den Reifenpoker gewonnen und die richtigen Reifen zu haben ist bereits die halbe Miete.

 

Die andere Hälfte ist Erfahrung und Können. Auf SP 3 zeigte sich wieder das es hier vor allem an der Erfahrung noch etwas mangelt. Eine solide Fahrt über die 20km Prüfung mit viel Schotter war zwar alles andere als schlecht, aber andere Teams konnten hier einfach mehr zeigen. Wir fielen auf Platz 9 in der ARCH zurück, doch nur 2 Sekunden Rückstand auf das Team Schöller/Ölsinger machten doch Hoffnung. Die SP 4 wurde auf derselben Strecke ausgetragen wie SP 3, ideal um das Gelernte sofort umzusetzen. Noch einmal die 20km auf Zeit und diesmal lief es viel besser. Um ganze 21,8 Sekunden konnten wir unsere Zeit verbessern, also mehr als 1 Sekunde pro km und das obwohl deutlich mehr Dreck auf die Straße geschaufelt wurde und dadurch keine großen Zeitenverbesserungen möglich sein sollten. Zum Schluss der Rallye dann noch ein Schmankerl für alle Beteiligten: 5 Runden in der Rallyecross Arena mitten in St. Veit vor hunderten Zuschauern. Mit Platz 7 und 11,3 Sekunden Vorsprung rollten wir zum Start dieses letzten Sprints. „Nur keinen Fehler machen“ die Devise. Und wie so oft passierte genau in dem Moment ein Fehler der uns fast die Platzierung kostete. Durch das Umspringen der Startampel ohne Startzeichen überrascht starb mir der Motor beim Losfahren ab. Ein Fehler der sicherlich 5 Sekunden kostete, aber für reichlich Motivation sorgte den Zeitverlust einzugrenzen. Eine beherzte Fahrt auf dem Rundkurs folgte und am Ende konnten wir dann doch noch 6,3 Sekunden Vorsprung auf Platz 8 retten.

 

Wie stark die Konkurrenz beim Rallyesprint war, zeigte das Team Lindner/Schütter dann äußerst Eindrucksvoll auf dieser letzten Sonderprüfung noch einmal auf. Sie brannten eine siebte Gesamtzeit in den Schotter und ließen damit top moderne R5 Autos mit ihrem Escort hinter sich. Vor so einer Leistung kann man nur den Hut ziehen und möglichst viel lernen. Für uns ist es am Ende Platz 6 in der Klasse, Platz 7 in der ARCH und der 44te Gesamtrang geworden. Ein Ergebnis das besser als Erwartet für uns ausgefallen ist und mit dem wir durchweg zufrieden sind. Die Lernkurve zeigt steil nach oben und das Wichtigste ist das unser Escort wieder genauso hübsch im Waldviertel angekommen ist wie vor der Rallye. In der ARCH werden wir wahrscheinlich die Gesamtführung verlieren, aber wir haben wieder gut Punkte sammeln können und die Saison ist noch lang! In 5 Wochen steht die nächste Rallye auf dem Programm: Die Mühlstein Rallye in Perg wird am 22.Juni ausgetragen und wir werden dort weiter kämpfen. Bis dahin ist natürlich alles andere als Pause angesagt. Jedes Rennfahrzeug braucht viel Zuwendung um auf jedem Meter volle Leistung zu bringen und für unseren Escort gilt dasselbe. Daher starten wir jetzt schon die Vorbereitungen um auch in Perg wieder mit einem Top Auto auf Zeitenjagd zu gehen.

Bis dahin werden wir auch noch die Onboards der Rallye auf Youtube im Laufe der Woche online stellen und auch Außenaufnahmen haben wir geordert. Wir wünschen euch viel Spaß damit =)

Vielen Dank für Eure Unterstützung!

 

BERICHT VIPAVSKA DOLINA RALLYE 2019

Hallo liebe Freunde,

Die zweite Rallye des Jahres – unser erstes internationales Event – ist Geschichte, und es werden Tage sein, an die wir uns noch sehr lange erinnern werden. Ganz kurz zusammen gefasst ist diese Rallye einfach nur unfassbar gewesen, – und das in vielfacher Weise.

Nicht nur war die Anzahl und die Stimmung der Fans kaum zu glauben. Die erste Sonderprüfung Freitag nachts habe ich persönlich noch nicht ganz begriffen, und es wird noch wohl einige Zeit brauchen das Erlebte zu verarbeiten. Zehntausende Zuseher fanden sich in der kleinen ansonsten verschlafenen Stadt Vipavscina zusammen und feierten den Motorsport, wie man es sonst nur von den „guten alten Zeiten“ gehört – oder mit der Erfahrung von Helmut in der WM – erlebt hat. Die gesamte Strecke war mit mehreren Reihen Fans gesäumt, selbst auf den Dächern und Balkonen feierten die begeisterten Fans alle 104 (!) Fahrzeuge, die in der Nacht die Veranstaltung eröffneten. Wie viele Zuschauer gesamt dort waren kann ich leider nicht einmal schätzen. Mit dieser Volksfest-Stimmung starteten wir mit der Startnummer 78 in den Bewerb, und gleich die ersten 3km zeigten, aus welchem Asphalt diese Rallye gestrickt ist. Rutschig, sehr rutschig kann man es wohl bezeichnen.-

Den ersten Teilnehmern wurden diese ersten Meter schon zum Verhängnis, und so war die Strecke nicht nur glatt, sondern auch teilweise schon mit Öl und Kampfspuren gezeichnet. Bewusst defensiv und möglichst sicher haben wir die 5 Runden abgespult und tasteten uns danach durch die Menschenmasse zurück zum Service und in die Nachtruhe, mit jeweils nur Zentimetern zu den Menschen, die den Servicepark genauso gefüllt haben wie die gesamte Stadt.

Zurück in unserem neuen Bus war ich dann doch etwas enttäuscht über die erzielte Zeit aber wir hatten eine Mission: Punkte sammeln! Und die kann man mit einem Ausfall nicht erfüllen, also ruhig bleiben es warteten noch über 90km Sonderprüfungen am Samstag. Die Rallye hatte noch gar nicht richtig begonnen.

Der Samstag zeigte uns dann wie wichtig die vielen Reifenoptionen sind, die wir uns zugelegt haben. Bei Sonnenschein am Morgen gingen wir mit der superweichen Semislick Mischung in die erste Schleife, die für kaltes und trockenes Wetter gedacht ist. Nach nicht einmal 3km Zufahrt zur Prüfung regnete es auf der Bergstraße bereits. Am Start zur ersten Sonderprüfung des Tages gleich die Folge: Abbruch wegen eines Unfalls vor uns. SP 3 wurde dann in strömendem Regen gefahren.

Inzwischen hatte der Regen auch das Fahrerlager erreicht und wir wechselten auf unsere Regenreifen. Die zweite Schleife bestand aus denselben 2 Sonderprüfungen wie davor. Doch diesmal hatte uns das Wetter und alle Vorhersagemodelle und Karten wieder ausgetrickst und wir fuhren auf trockenen und wunderbaren Bergstraßen sicher in die Mittagspause.

Wie erwartet fanden sich auf jeder Sonderprüfung Einige, die auf diesen Straßen Fehler machten, wo keine Fahrfehler gemacht werden durften. Die Folge waren viele Ausfälle mit teilweise spektakulärem Abgang. Mehrmals sahen wir die Bremsspuren auf der Strecke neben den Fans einfach im Abgrund und im Wald verschwinden.

Der Nachmittag begann dann besser. Perfekte Reifenwahl auf den Prüfungen 6 und 7, und dementsprechend schnelle Zeiten waren die Folge. Auf dem Weg zum Service begann es wieder zu regnen, doch die Strecken auf denen es um die Zeit ging, sollten laut Wetterbericht trocken bleiben. Wir blieben auf den härteren Semislicks und machten damit den größten Fehler der Rallye. Bis zur Hälfte der SP 8 war alles voll im Plan. Schnelles und sicheres Fahren auf trockener Strecke wurde dann aber abgelöst durch nasse Bedingungen, die eher an Eis und Schnee, als an Asphalt erinnerten. Das Auto auf der Straße zu halten wurde schon zur Herausforderung, und die Sonderprüfung 9 setzte dann noch eines drauf. Wechselnder Grip in jeder Kurve sorgten nicht nur für Spannung, sondern auch für jede Menge Drifts und wir ließen auf diesen 10km einige Nerven liegen. Dank viel beherztem Einsatz am Lenkrad konnten wir das Auto auf der Straße halten und das letzte Service erreichen.

Nur mehr eine Challenge, die 10te – die finale Sonderprüfung –  gab es.

Schon auf dem Weg zurück ins Service mussten wir kilometerweit an hunderten, wenn nicht tausenden Autos vorbei. Die Fans pilgerten bereits zum Höhepunkt und Abschluss der Rallye, der zweiten und letzten Nachtprüfung. Noch einmal Reifen wechseln, diesmal wieder auf die superweichen Semislicks und es ging noch ein letztes Mal hinaus in das Blitzlichtgewitter und in die Berge. Die letzte Reifenwahl stellte sich dann als perfekt heraus, und auf einmal wurde aus dem Kampf der vorigen Prüfungen ein Genuss. Wir zeigten auf dieser letzten Sonderprüfung endlich die Geschwindigkeit, die wir schon einmal auf der Schneerosenrallye kurz aufblitzen ließen, – und das obwohl wir es bewusst locker gefahren sind.

 

Glücklich haben wir dann das Ziel erreicht und nehmen nicht nur diese wahnsinnig positiven Eindrücke, sondern auch so viele gelernte Lektionen mit, die uns für die weitere Saison sicher helfen werden.

Die Platzierungen sehen wie folgt aus: Von 104 Startern haben wir den 69. Platz erreicht und in unserer Klasse den Fünften.

Das wichtigste Ziel aber haben wir erreicht! Das Auto ist unbeschädigt und in perfektem Zustand zuhause, und lauert bereits auf den nächsten Einsatz in St.Veit in 3 Wochen.

 

Als kleine Draufgabe haben wir durch die Konstanz die Führung in der Historischen ARC Wertung übernommen! Noch kann es durch ein mögliches Streichergebnis große Veränderungen geben, aber der Grundstein ist gelegt. Auch der Gesamtplatz 7 in der ARC Wertung ist alles andere als schlecht und wir sind mit dem bisherigen Verlauf der Saison sehr zufrieden. Noch ist das verbleibende Jahr sehr lang und es kann alles passieren. Wir bleiben dran! Zusätzlich zur ARC haben wir direkt vor dem Start noch beschlossen am Alpe Adria Rallye Cup teilzunehmen da für diesen Cup 4 Rallyes in die Wertung kommen die wir im Rahmen der ARC so oder so fahren. In dieser AARC/light liegen wir derzeit auf dem dritten Platz.

 

Jetzt heißt es in 3 Wochen voll angreifen, um die Führung in der ARCH auszubauen oder zumindest zu verteidigen.

 

Wir können es kaum erwarten!

Liebe Grüße

Euer Rallyeteam Schindelegger


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